
Was passiert, wenn ich eine unbehandelte Zöliakie habe?
Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem Gluten angreift, was zu einer Schädigung des Dünndarms führt. Aber was passiert, wenn Zöliakie unbehandelt bleibt?
Wenn eine Person mit Zöliakie weiterhin Gluten zu sich nimmt, wird die Darmschleimhaut dauerhaft geschädigt. Dies kann zu ernsten Komplikationen wie Unterernährung, Osteoporose, Fruchtbarkeitsstörungen und einem erhöhten Risiko für andere Autoimmunerkrankungen führen. Darüber hinaus steigt das Risiko für bestimmte Krebsarten.
Schädigung des Darms und schlechte Nährstoffaufnahme
Der Dünndarm spielt eine entscheidende Rolle bei der Nährstoffaufnahme. Bei einer unbehandelten Zöliakie entzündet sich die Darmschleimhaut, wodurch die Darmzotten abgebaut und die Nährstoffe weniger gut aufgenommen werden können. Dies kann dazu führen:
- Chronische Diarrhöe oder Verstopfung
- Blähungen und Unterleibsschmerzen
- Ungeklärter Gewichtsverlust
- Schwere Vitamin- und Mineralstoffdefizite
Diese schlechte Absorption verursacht oft einen Mangel an Eisen, Vitamin B12, Folsäure und Vitamin D, was zu Anämie, Osteoporose und Müdigkeit führen kann.
Osteoporose und Osteoporose des Knochens
Eines der größten Risiken einer unbehandelten Zöliakie ist Osteoporose. Ein Mangel an Kalzium und Vitamin D schwächt die Knochen, was zu Osteoporose führen kann. Dies erhöht das Risiko von Knochenbrüchen und Gelenkschmerzen. Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit unbehandelter Zöliakie ein deutlich höheres Risiko für einen Verlust der Knochendichte haben als Menschen ohne Zöliakie.
Fruchtbarkeitsstörungen und Komplikationen in der Schwangerschaft
Eine unbehandelte Zöliakie kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Ein Mangel an essentiellen Nährstoffen wie Folsäure kann bei Frauen zu Menstruationsstörungen, Fehlgeburten und Frühgeburten führen. Bei Männern kann ein Mangel an Zink und anderen Mineralien die Spermienqualität beeinträchtigen.
Frauen mit unbehandelter Zöliakie haben ein erhöhtes Risiko für:
- Fehlgeburten und Frühgeburten
- Niedriges Geburtsgewicht des Babys
- Probleme mit der Entwicklung der Plazenta
Erhöhtes Risiko von Autoimmunkrankheiten
Menschen mit Zöliakie haben ein höheres Risiko für andere Autoimmunkrankheiten. Das liegt daran, dass das Immunsystem ständig aktiviert ist und eher dazu neigt, auch andere gesunde Zellen anzugreifen. Häufige Erkrankungen im Zusammenhang mit unbehandelter Zöliakie sind:
- Typ 1 Diabetes
- Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie die Hashimoto-Krankheit
- Rheumatoide Arthritis
- Autoimmunerkrankungen der Leber
Je länger die Zöliakie unbehandelt bleibt, desto größer ist das Risiko, eine andere Autoimmunerkrankung zu entwickeln.
Neurologische und psychische Beschwerden
Neben den körperlichen Folgen kann eine unbehandelte Zöliakie auch neurologische und psychologische Symptome hervorrufen. Dies ist auf Entzündungen und Nährstoffmängel wie Vitamin B12 und Magnesium zurückzuführen.
Häufige Beschwerden sind:
- Konzentrationsprobleme und Gedächtnisverlust
- Depressive Gefühle und Stimmungsschwankungen
- Periphere Neuropathie (Kribbeln und Taubheit in Händen und Füßen)
- Migräne und Kopfschmerzen
Manche Menschen entwickeln Ataxie, eine Erkrankung, bei der das Nervensystem betroffen ist und Koordinationsprobleme auftreten.
Erhöhtes Risiko für Krebs
Langfristige Entzündungen im Darm können das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen. Die Forschung zeigt, dass eine unbehandelte Zöliakie das Risiko für Dickdarmkrebs und Lymphome erhöhen kann. Insbesondere Menschen, die trotz einer Zöliakie-Diagnose weiterhin Gluten zu sich nehmen, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt.
Wann sollten Sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen?
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an Zöliakie leiden, sollten Sie unbedingt einen Glutenallergietest durchführen lassen und einen Arzt aufsuchen. Langfristig unbehandelte Zöliakie kann irreversible Schäden im Körper verursachen. Bei einem positiven Testergebnis müssen Sie eine glutenfreie Diät einhalten und weitere ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

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